Recycling-Kunststoffe

  • Was ist der begriffliche Unterschied zwischen Verwertung und Recycling?

    Bei der Produktion und beim Verbrauch von Gütern entstehen Abfälle. Die Rückführung dieser Abfälle in den Stoffkreislauf durch Wiederaufbereitung nennt man Recycling. Der Begriff "stoffliche Verwertung" hat die gleiche Bedeutung.
    Abfälle können aber auch anders "verwertet" werden, z.B. durch energetische oder thermische Verwertung. Hierbei werden die Abfälle vergast oder verbrannt und daraus Energie gewonnen.
  • Was ist besser - Recyceln oder Verbrennen?

    Recycling und energetische Verwertung sind kein Gegensatz. Aus dem Abfall wird das herausgeholt, was sich recyceln und zu Rohstoffen verarbeiten lässt. Auch bei noch so viel Recycling bleiben aber Abfälle, die auf andere Art genutzt werden müssen. Die Energiegewinnung durch Verbrennen oder Vergasen ist dafür auch eine sinnvolle Verwertung, denn sie erspart den Einsatz von Primärbrennstoffen wir Kohle, Erdöl oder Gas. 
  • Was ist der Unterschied zwischen post-industrial- und post-consumer-Recyclat?

    Als Basis für die Definition von Recyclingmaterial dient die Norm DIN EN ISO 14021. Nach bestimmten Kriterien dieser Norm kann Kunststoffmaterial als sogenanntes „Recyclat“ ausgelobt werden, wenn dieses aus Kunststoffabfall „nach dem Gebrauch als Konsumgut“ (post-consumer) oder auch als gesammelter Kunststoffabfall aus spartenfremden Industriezweigen (post-industrial) gewonnen wurde und für neue, andersartige Produkte verwendet wird.
    Eine recycelte PET-Flasche ist ein typisches Beispiel für Post-Consumer-Recycling. Sortenrein gesammelte und unvermeidbare Abfälle aus Industriezweigen wie bspw. Kunststoffverpackungen für Komponenten zur Weiterverarbeitung in der Medizintechnik sind ein Beispiel für Post-Industrial-Recycling.
    Die durch entsprechende Abfallsysteme zurückgewonnenen Produkte werden über geeignete Verfahren für die Wiederverwertung aufbereitet (z.B. für Spritzgießverfahren).

    Nicht als "Recyclat" gilt solches Material, das im Verlauf eines technischen Herstellverfahrens durch Ausschussteile oder Angüsse anfällt und durch Wiederaufbereitung oder Zurückführung im selben Prozess erneut verwendet wird. Dieser Abfall ist also vermeidbar und die Wiederverwendung darf nicht als Recycling betitelt werden.
  • Warum wird überhaupt in post-industrial- und post-consumer-Recyclat unterschieden?

    Beide Recyclingarten dürfen gem. der Norm DIN EN ISO 14021 als "Recycling" betitelt werden. Post-industrial-Recyclat wird meist aus sorten- und farbreinem Kunststoffabfall gewonnen, der beim Produktionsprozess in der Industrie entstanden ist und nicht vermeidbar war. Daraus können neue Produkte mit höheren technischen oder optischen Ansprüchen gefertigt werden. Oft ist der rohstoffliche Reinheitsgrad des Recyclats bedeutsam, welcher die Zieleigenschaften eines Produkts massiv beeinflussen kann.
    Post-consumer-Recyclat entsteht aus eingesammelten gebrauchten und ausgedienten Produkten, Verpackungen, Folien usw. Ein großes Problem sind dabei die vielen unterschiedlichen Kunststoffarten und Farben, die oft nicht exakt getrennt werden können. Das schränkt die Möglichkeiten für die Verwendung für neue technisch anspruchsvolle Produkte oder aber deren Eigenschaften ein.
  • Wieviel „Recycling“ muss in einem Produkt aus Recycling-Kunststoff stecken?

    Dafür gibt es keine exakten Vorgaben. Erfolgt aber eine Aussage zum Recyclatgehalt, muss der prozentuale Anteil an recyceltem Material angegeben werden (gem. DIN EN ISO 14021) . Es gibt Zertifizierungssysteme, die den Recyclatanteil unabhängig prüfen. Die Norm DIN EN ISO 14021 reguliert außerdem den Begriff "Recycling" und trennt echtes Recycling von Verwertung im Prozess.
  • Was ist der Unterschied zwischen biobasiertem Kunststoff und Recycling-Kunststoff?

    Ein biobasierter Kunststoff stammt zum Beispiel aus nachwachsenden Ressourcen wie Zuckerrohr, Mais oder Milchsäuren aus Fermentierungsprozessen von Pflanzen.
    Ein Recycling-Kunststoff hingegen hat meist einen petro-chemischen Ursprung und immer ein "erstes Leben" in Form eines Produkts hinter sich. Durch Rücknahme und Aufbereitung kann es zu einem "Second Life" erweckt und somit zu einem neuen Produkt werden. 
  • Was ist sinnvoller? Der Einsatz von Recycling- oder biobasierten Kunststoffen?

    Beides ist absolut sinnvoll. Die beiden Wege der Ressourcenschonung darf man nicht in Konkurrenz stellen, denn jede Art hat ihre Berechtigung. Der Einsatz hängt stark von den Anforderungen an das daraus entstehende Produkt ab. Auch Produkte aus biobasiertem Kunststoff und somit einer nachwachsenden Ressource können am Ende recycelt werden. darüber hinaus ist ein unendliches Recycling nicht möglich, da die Qualität des Kunststoffes nach jeder Recyclierung sinkt.
  • Können Produkte aus Recycling-Kunststoff wieder recycelt werden?

    Das kann nicht pauschal beantwortet werden. Der durch Recycling entstandene und durch wiederholtes Recycling zu erwartende weitere Qualitätsverlust sind die Entscheidungskriterien. 
  • Ist Recycling-Kunststoff günstiger als Neuware?

    Für unsere Einsatzzwecke nicht. Da qualitative und schadstofffreie Aspekte unsere Maxime sind, müssen wir auf speziell geeignete Recyclate aus zertifizierten Quellen zurückgreifen. Recyclingkunststoffe benötigen Aufbereitungsprozesse und sind deswegen nicht günstiger als Neuware zu bekommen. Abfall so gut wie möglich zu vermeiden oder erst gar nicht enstehen zu lassen enstpricht unserer Philosophie und ist uns eine Herzensangelegenheit. Deswegen setzen wir Recycling-Kunststoff aus Überzeugung ein und bieten dieses Add-On für unsere Kunden kostenneutral an.
  • Gibt es Normen für Recycling?

    Ja, es gibt die DIN EN ISO 14021, die klare Vorschriften an die Kennzeichnung "Recycling" knüpft. Darin wird auch beschrieben, was ein "echtes Recycling" darstellt und dementsprechend gekennzeichnet werden darf und was nicht. So darf bpsw. das Wiederverwerten von Angüssen im Spritzereibetrieb, die geschreddert und dem Produktionsprozess wieder zugeführt werden, nicht als Recycling betitelt werden. Wir beobachten leider immer wieder, dass das in den Werbeaussagen von anderen Anbietern nicht korrekt dargestellt wird.
  • Ist der CO2-Fußabdruck für Recycling-Kunststoffe nicht schlechter als für Neuware?

    Nein, da für die Aufbereitung eines Recyclats weitaus weniger Energieeinsatz notwendig ist, als für die Rohölgewinnung, was den Ausgangsrohstoff für Kunststoff darstellt.

Schneider-Stifte aus recyceltem Kunststoff

  • Warum stellt Schneider Schreibgeräte aus Kunststoff her?

    Kunststoff ist ein sehr vielseitiges Material, das anwenderspezifische Lösungen ermöglicht. So sind bei Schreibgeräten hohe Dichtigkeit und Stabilität für eine lange Lebens- und Gebrauchsdauer wichtig, wie auch griffsympathische Oberflächen, mechanische Eigenschaften, Farbenvielfalt usw. Nicht zuletzt ist Kunststoff ein leichter und kostengünstiger Werkstoff, der die daraus gefertigten Stifte für jeden erschwinglich macht.
    Die einfachen und sauberen Nachfüllmöglichkeiten, die wir für viele unserer Produkte anbieten, gewährleisten die uneingeschränkte Nutzbarkeit unserer Schreibgeräte über mehrere Jahre.
  • Warum setzt Schneider nun Recycling-Kunststoffe ein?

    Seit jeher haben wir Produktionsabfälle in der eigenen Kunststoffverarbeitung durch Wiedervermahlen in den Fertigungskreislauf zurückgeführt. Die Quote unserer wiederverwerteten Abfälle liegt bei über 85 %. Der Definition nach ist das jedoch kein Recycling, sondern eine Wiederverwendung im gleichen Prozess und somit ein vermeidbarer Abfall.
    Durch den Einsatz von Recyclat helfen wir aktiv mit, die immer knapper werdende Rohstoff- und Energiequellen zu schonen. Der Einsatz hängt stark von den Anforderungen an das daraus entstehende Produkt ab. Nicht für jede technische Anforderung und für jeden ästhetischen Anspruch sind Recycling-Kunststoffe geeignet. Ferner muss sicher gestellt werden, dass das Recyclat permanent in ausreichender Menge und Qualität verfügbar ist.
  • Haben Schreibgeräte aus recyceltem Kunststoff Nachteile?

    Wir machen keine Kompromisse, wenn es um die Qualität unserer Produkte aus Recycling-Kunststoff geht. So stellen wir dieselben hohen qualitativen Anforderungen an diese Produkte, die bei Schneider generell üblich sind. Nur wenn dies zweifelsfrei gewährleistet ist, stellen wir etablierte Produkte und Modellreihen in Serie um. So sind seit neuestem bspw. vieler unserer Markergehäuse auf Recycling-Kunststoff umgestellt. Diese weisen dieselben hohen qualitativen Eigenschaften und somit Lebensdauer wie ihre Vorgänger aus konventionellen Neu-Kunststoffen auf.
  • Wie wird der Recycling-Anteil bei Schneider ermittelt?

    Wir haben für alle eingesetzten Recycling-Kunststoffe unabhängige Zertifizierungen akkreditierter Prüfinstitute durchgeführt, welche uns den Recyclat-Anteil bestätigen.
  • Was waren die Recycling-Produkte von Schneider in ihrem "ersten Leben"?

    z.B. PET-Flaschen, Kosmetik-Verpackungen, Hygiene-Artikeln, Folien, Kühlschrank-Teile, medizinische Produkte, Elektrogeräte oder Abfall aus dem gelben Sack. Diese werden aus dem Abfallstrom sortenrein selektiert und wieder für die weitere Verarbeitung aufbereitet.
  • Wie weist Schneider den Einsatz von Recycling-Kunststoffen nach?

    Durch Zerifizierungen von unabhängige Prüfinstituten wie bspw. DIN Certco und / oder EUCert-Plast.

  • Warum haben Recycling-Produkte von Schneider nicht den typischen Recycling-Look?

    Die für unsere Anwendungen eingesetzten Recycling-Kunststoffe sind in einigen Fällen farbrein und können somit brillant eingefärbt werden (z.B. PET). Allerdings gibt es auch Recyclat-Typen, die lediglich in schwarz zu bekommen sind. Wir sind natürlich bestrebt, möglichst reine und farbneutrale Recyclat-Quellen zu verwenden, um daraus wiederum Serien-Produkte zu schaffen, die einem konventionellen Kunststoff-Produkt in nichts nachstehen. Wir bedienen damit damit die Vorlieben einer breiten Masse und vermarkten keine "Öko-Parallel-Linien".

  • Wie sollen Schneider-Stifte aus Recycling-Kunststoff entsorgt werden?

    Die Entsorgung von Schreibgeräten in haushaltsüblichen Mengen kann mit dem Hausmüll erfolgen. Der Kunststoff wird durch die Entsorgung entweder recycelt oder zur Gewinnung von Wärmeenergie verwendet.

  • Worauf bezieht sich die prozentuale Recycling-Gehalt-Angabe im Drei-Pfeile-Symbol bei Schneider?

    Die prozentuale Angabe des Recycling-Gehalts bezieht sich immer auf die sichtbaren Gehäuseteile des Stifts. D.h. der prozentuale Anteil sinkt, wenn am Gehäuse auch konventionelle Kunststoffe verbaut wurden. Aber: auch wenn alle Gehäuseteile aus Recyclat hergestellt wurden wäre eine Angabe von 100% irreführend, weil immer auch Hilfsstoffe oder geringe Mengen an Farbstoffen in den Verarbeitungsprozess einfliessen.

Biobasierte Kunststoffe

  • Was sind biobasierte Kunststoffe?

    Beispiele für biobasierte Kunststoffe sind BioPE, BioPET, Celluloseacetat und PLA.

    Das Ausgangsmaterial für biobasierte Kunststoffe sind nachwachsende Rohstoffe, abgekürzt "NawaRo". Das sind z.B. Stärke aus Mais, Zucker aus Zuckerrohr und Zuckerrüben, Pflanzenöle wie Rizinusöl, Cellulose aus Baumwolle oder Holz.

  • Was ist der begriffliche Unterschied zwischen Biokunststoff und biobasiertem Kunststoff?

    Als Biokunststoffe werden sowohl biobasierte Kunststoffe als auch biologisch abbaubare Kunststoffe bezeichnet. Die Formulierung „biobasiert“ beschreibt präzise, dass das Ausgangsmaterial nachwachsende Rohstoffe sind.

  • Wieviel "bio" muss in einem biobasierten Werkstoff stecken?

    Hierfür gibt es keine exakten Vorgaben. Es gibt Zertifizierungssysteme, die mit Spannweiten für den biobasierten Kohlenstoffanteil im Werkstoff arbeiten.

  • Sind Produkte aus biobasiertem Kunststoff biologisch abbaubar?

    Es gibt biologisch abbaubare und dauerhafte Kunststoffe. Die biologische Abbaubarkeit ist kein automatisches oder exklusives Merkmal von biobasierten Kunststoffen - auch bestimmte erdölbasierte Kunststoffe können biologisch abbaubar eingestellt werden. Für langlebige Produkte, die über Jahre hinweg unter allen klimatischen Bedingungen beständig bleiben sollen, ist die anschließende biologische Abbaubarkeit technisch nicht realisierbar.

  • Was bedeutet biologisch abbaubar?

    Biologisch abbaubar bedeutet, dass sich der Werkstoff in überschaubaren Zeiträumen durch biologische Prozesse, d.h. auf natürlichem Wege abbaut. Diese Aussage ist noch recht allgemein. Wird über die biologische Abbaubarkeit eines Materials oder eines Produktes gesprochen, sollten unbedingt ergänzende Angaben zur Zeit und zu den Umgebungsbedingungen gemacht werden. Der Abbau kann z.B. im menschlichen Körper (chirurgisches Nahtmaterial), im Ozean auf der Oberfläche, am Strand oder Meeresgrund, in der Erde auf dem Feld, in einer Biogasanlage oder einer Kompostierung erfolgen. Entsprechend gibt es auch verschiedene Prüfstandards und zugehörige Zertifizierungssysteme, die beispielsweise zwischen einer industriellen und häuslichen Kompostierung unterscheiden.

  • Ist biobasierter Kunststoff umweltfreundlicher als erdölbasierter Kunststoff?

    Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe schont die begrenzten Erdölvorräte und verringert im durchschnittlichen Vergleich mit herkömmlichen erdölbasierten Rohstoffen die CO2-Emissionen.

  • Konkurriert die Anbaufläche zur Gewinnung biobasierter Kunststoffe mit der Anbaufläche für Nahrungsmittel?

    Das weltweite Produktionsvolumen für biobasierte Kunststoffe wird für 2017 auf 6 Mio. Tonnen geschätzt. Zum Anbau der dafür benötigten Rohstoffe wird weniger als 0,1 % der weltweit landwirtschaftlich nutzbaren Fläche gebraucht. Zum Vergleich: Alle weltweit benötigten erdölbasierten Kunststoffe könnten theoretisch durch biobasierte Kunststoffe ersetzt werden, deren Rohstoffe nur 10 Prozent der Ackerflächen für weggeworfene Lebensmittel beanspruchen.

    Bei einem wachsenden Markt ist es natürlich wichtig, dass auch zukünftig keine Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln entsteht. In der Forschung gibt es daher enorme Anstrengungen, auch Holz- oder Agrarabfälle wie den Grünschnitt aus Gemeinden oder Stroh als Rohstoffe für die Herstellung von biobasierten Kunststoffen zu nutzen.

  • Welche schädlichen Auswirkungen hat der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zur Kunststoffgewinnung?

    Wir beobachten den Einsatz von Bodendünger, Pestiziden, Gentechnik, sowie den Wasserverbrauch zum Anbau nachwachsender Rohstoffe kritisch. Ziel für die Zukunft ist daher auch die Sicherstellung, dass die für die Herstellung biobasierter Kunststoffe verwendeten Rohstoffe aus nachhaltiger, an ökologischen Kriterien orientierter landwirtschaftlicher Produktion stammen. Jedoch muss hierbei auch beachtet werden, dass schon seit der Industrialisierung zur Ertragsmaximierung grundsätzlich beim Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für alle Nutzungsbereiche, wie verzehrte und nicht verzehrte Nahrungsmittel, Futter, Energieträger, Textilien, ... eine kontinuierliche Intensivierung der Landwirtschaft stattgefunden hat.

  • Wie funktioniert die Entsorgung von biobasierten Kunststoffen durch Kompostieren?

    Nur biologisch abbaubar eingestellte Kunststoffe können kompostiert werden. Für die kontrollierte industrielle Kompostierung müssen Normbedingungen nach EN 13432 herrschen, die in der freien Natur so nicht vorkommen. In der Natur baut sich der biologisch abbaubare Kunststoff nur sehr langsam ab. Der Prozess dauert je nach Dicke der Teile und abhängig von klimatischen Bedingungen unterschiedlich lang.

  • Können biobasierte Kunststoffe recycelt werden?

    BioPE und BioPET aus nachwachsenden Rohstoffen können gleich wie herkömmliches PE und PET aus erdölbasierten Rohstoffen im Recyclingstrom detektiert, recycelt und wiederverwertet werden.

    Bei neuartigen biobasierten Kunststoffen wie z.B. PLA sind Recyclingssysteme bereits in der Entwicklung. Auch Schneider arbeitet an der nachhaltigen Wiederverwertung von PLA gemeinsamen mit dem Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe IfBB, der Hochschule Hannover und anderen Partnern in einem Forschungsverbund zusammen. Es gibt bereits ein Recyclingunternehmen in Deutschland, das die vom dualen System gesammelten Abfälle aus PLA von den anderen Werkstoffen trennen kann.

Schneider-Stifte aus biobasiertem Kunststoff

  • Warum stellt Schneider Schreibgeräte aus Kunststoff her?

    Der Kunststoff ist ein sehr vielseitiges Material, das anwenderspezifische Lösungen ermöglicht. So sind bei Schreibgeräten hohe Dichtigkeit und Stabilität für eine lange Lebensdauer wichtig, wie auch griffsympathische Oberflächen, Farbenvielfalt usw. Nicht zuletzt ist Kunststoff ein leichter und kostengünstiger Werkstoff, der die daraus gefertigten Stifte für jeden erschwinglich macht.

    Die einfachen und sauberen Nachfüllmöglichkeiten, die wir für viele unserer Produkte anbieten, gewährleisten die uneingeschränkte Nutzbarkeit unserer Schreibgeräte über mehrere Jahre.

  • Warum setzt Schneider nun biobasierte Kunststoffe ein?

    Der biobasierte Kunststoff ist eigentlich keine neue Erfindung. Der erste industriell produzierte Kunststoff (1869) war ein Biokunststoff - Celluloid. Erst später, Anfang des 20. Jahrhunderts, wurden die ersten auf Erdölbasis gefertigten Kunststoffe erfunden, die wir bis heute verwenden. Diese waren die preiswertere Lösung und die Entwicklung konzentrierte sich fortan darauf.

    Das muss und wird sich in den kommenden Jahren ändern, denn Erdöl ist eine endliche Ressource und Objekt von Spekulationen und Krisen. Die Gewinnung von Erdöl ist für die Umwelt zudem extrem riskant, z.B. durch Fracking. Dabei ist das oberste Ziel, mit biobasierten Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen alle gewohnten herausragenden Gebrauchseigenschaften der erdölbasierten Kunststoffe zu erreichen und die endlichen Ressourcen zu schonen.

  • Haben Schreibgeräte aus biobasiertem Kunststoff Nachteile?

    Nein. Unsere Schreibgeräte aus biobasiertem Kunststoff haben keine Nachteile gegenüber Schreibgeräten aus herkömmlichem erdölbasiertem Kunststoff. Dies liegt daran, dass die biobasierten Kunststoffe speziell für unsere Anwendungen entwickelt und angepasst wurden.

  • Wie wird der biobasierte Anteil ermittelt?

    Seit 2010 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, ein biobasiertes Produkt unabhängig zertifizieren zu lassen. Hierfür hat der Zertifizierer DIN CERTCO das Qualitätszeichen „DIN-geprüft biobasiert“ eingeführt. Der Anteil des biobasiertem Kohlenstoffs wird mittels der genormten und international anerkannten C14-Methode (EU-Standard CEN/TS 17137, US-Standard ASTM 6866) festgestellt.

    Wir haben für alle Schreibgeräte aus biobasiertem Kunststoff diese unabhängige Zertifizierung durchgeführt.

  • Warum können Schreibgeräte nicht aus 100% biobasiertem Kunststoff sein?

    Die Entwicklung von biobasierten Kunststoffen ist noch nicht abgeschlossen. Bis heute können noch nicht alle zu deren Herstellung benötigten Rohstoffe auf nachwachsender Basis erzeugt werden. Daher gibt es auch biobasierte Kunststoffe, die derzeit noch nur teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden können. Die Erhöhung des biobasierten Anteils ist auch ein Ziel unserer weiteren Entwicklung der bei uns eingesetzten biobasierten Kunststoffe.

  • Warum sind die biobasierten Stifte brillant farbig und nicht im Öko-Look?

    Die für unsere Anwendungen abgestimmten biobasierten Kunststoffe können trotz des hohen Nawaro-Anteils brillant eingefärbt werden. Dafür verwenden wir speziell für uns entwickelte Färbemittel, die ein breites Farbspektrum abdecken. Unsere Produkte aus biobasiertem Kunststoff bedienen damit die Vorlieben einer breiten Masse und sind keine Nischen-Produkte.

  • Warum sind nicht alle Schreibgeräte von Schneider biobasiert?

    Wir verwenden eine Vielzahl unterschiedlicher Kunststofftypen. Die Umstellung auf biobasierte Kunststofftypen erfordert intensive Entwicklungsarbeit. Nicht alle biobasierten Kunststofftypen bringen die erforderlichen Eigenschaften für Schreibgeräte mit, z.B. die Barriere gegen Austrocknen von Tinten. Weitere Schreibgeräte aus biobasiertem Kunststoff sind aktuell bei uns in Arbeit und werden unser Sortiment ergänzen.

  • Warum wird biobasierter Kunststoff und nicht recycelter Kunststoff verwendet?

    Die beiden Wege der Ressourcenschonung darf man nicht in Konkurrenz stellen, denn jede Art hat ihre Berechtigung. Der Einsatz hängt stark von den Anforderungen an das daraus entstehende Produkt ab. Neben biobasierten Kunststoffen setzen wir für Schreibgerätkomponenten auch Produktionsabfälle unserer Kunststoffspritzerei ein. Zudem können am Ende auch biobasierte Kunststoffe genauso recycelt werden wie konventionelle Kunststoffe.

  • Wie sollen Stifte aus biobasiertem Kunststoff entsorgt werden?

    Die Entsorgung von Schreibgeräten in haushaltsüblichen Mengen kann mit dem Hausmüll erfolgen. Ob das Gehäuse aus biobasiertem Kunststoff besteht spielt dabei keine Rolle. Der Kunststoff wird durch die Entsorgung entweder recycelt oder zur Gewinnung von Wärmeenergie verwendet. Dabei wird dann nur das von der Natur gespeicherte CO2 freigesetzt oder, anders ausgedrückt, CO2 neutral Energie erzeugt.

  • Wie wird die Entwicklung bei Schneider weitergehen?

    Die Potentiale der biobasierten Kunststoffe sind groß. Wir setzen schon heute erhältliche biobasierte Kunststoffe ein und helfen damit, deren optimierte Herstellung weiter voranzutreiben. Dabei arbeiten wir eng mit der Forschung zusammen, z.B. mit demIfBB - Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe der Hochschule Hannover.

Was bedeutet Klimaneutralität?

  • Das Prinzip der Klimaneutralität

    Als klimaneutral bezeichnet man Unternehmen, Prozesse und Produkte, deren CO2-Emissionen berechnet und durch Unterstützung international anerkannter Klimaschutzprojekte ausgeglichen wurden. Der Ausgleich von CO2-Emissionen ist neben Vermeidung und Reduktion ein weiterer wichtiger Schritt im ganzheitlichen Klimaschutz.

    Treibhausgase wie CO2 verteilen sich gleichmäßig in der Atmosphäre, die Treibhausgaskonzentration ist somit überall auf der Erde in etwa gleich. Deshalb ist es für die globale Treibhausgaskonzentration und den Treibhauseffekt unerheblich, an welchem Ort auf der Erde Emissionen verursacht oder vermieden werden. Emissionen, die lokal nicht vermieden werden können, können deshalb durch Klimaschutzmaßnahmen an einem anderen Ort rechnerisch ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich erfolgt durch Klimaschutzprojekte. 

Was ist ein Klimaschutzprojekt?

  • Wie funktioniert ein Klimaschutzprojekt?

    Klimaschutzprojekte sparen nachweislich Treibhausgase ein, zum Beispiel durch Aufforstung oder erneuerbare Energien. Unabhängige Organisationen wie TÜV, SGS, PwC u. a. kontrollieren die genaue Höhe der Einsparungen. Der Projektbetreiber kann durch den Verkauf von zertifizierten Emissionsminderungen das Projekt finanzieren. Nur Projekte, die finanzielle Unterstützung benötigen, werden als Klimaschutzprojekte anerkannt.
  • Kriterien für Klimaschutzprojekte

    Klimaschutzprojekte müssen international anerkannte Standards erfüllen. Die wichtigsten Kriterien dabei sind:

    a) Zusätzlichkeit
    Es muss sichergestellt sein, dass ein Projekt nur deshalb umgesetzt wird, weil es eine zusätzliche Finanzierung durch den Emissionshandel erhält. Das Projekt muss also auf Erlöse aus dem Emissionshandel zur Deckung des Finanzierungsbedarfs angewiesen sein.

    b) Ausschluss von Doppelzählungen
    Es muss sichergestellt werden, dass die eingesparten CO2-Emissionen nur einmalig beim Eigentümer der Zertifikate angerechnet werden. Das bedeutet insbesondere, dass Zertifikate nur einmal verkauft werden dürfen und anschließend stillgelegt werden müssen.

    c) Dauerhaftigkeit
    Die Emissionseinsparungen müssen dauerhaft erfolgen, zum Beispiel muss die Bindung von CO2 in Wäldern langfristig erfolgen. Eine Aufforstung, die nach wenigen Jahren durch Brandrodung wieder in eine Viehweide verwandelt wird, darf nicht als Klimaschutzprojekt anerkannt werden.

    d) Regelmäßige Überprüfung durch unabhängige Dritte
    Klimaschutzprojekte müssen in allen genannten Kriterien in regelmäßigen Abständen durch unabhängige Dritte wie TÜV, SGS oder PwC überprüft werden. Bei dieser Überprüfung wird die tatsächlich eingesparte CO2-Menge rückwirkend festgestellt.

Klimaschutz bei Schneider?

  • Wie trägt Schneider aktiv zum Klimaschutz bei?

    Im Rahmen unserer EMAS (Eco-Management and Audit Scheme)-Validierung und dem damit verankerten kontinuierlichen Verbesserungsprozess haben wir unsere Umweltleistungen mit einer Vielzahl an Maßnahmen bereits seit 1998 stetig verbessert und in unserem Nachhaltigkeitsbericht dokumentiert. Die Reduktion des CO2-Ausstoßes ist eine davon.
    CO2-Emissionen, welche bei der Herstellung eines Produkts entstehen, werden durch den sogenannten „Product Carbon Footprint“ ermittelt. Dieser stellt quasi den ökologischen Fußabdruck des Produkts dar. Dabei werden auch die CO2-relevanten Faktoren erfasst, die bei der Erstellung oder Verarbeitung von Rohstoffen und deren Transport bereits bei unseren Vorlieferanten entstehen. CO2-Emissionen, auf die wir keinen direkten Einfluss haben bzw. die unvermeidbar sind, gleichen wir mit der Investition in anerkannte Klimaschutzprojekte aus.
    Unsere komplette Slider-Serie, der Kugelschreiber K 3 Biosafe, die Fineliner-Serie Line-Up, den Faserschreiber Link-It sowie den Promotion-Kugelschreiber Like bieten wir ohne Mehrkosten klimaneutral an. Darüber hinaus können auf Kundenwunsch einzelne Aufträge über (bedruckte) Promotion-Ware klimaneutral gestellt werden.
    Schneider unterstützt das zertifizierte Klimaschutzprojekt für Waldschutz im Amazonas-Regenwald (Link zum Projekt)